Tagung "Weniger ist oft mehr"

Suffizienz für Lebensqualität und nachhaltige Entwicklung

am 22. und 23. Februar 2018 im Tagungszentrum Hohenheim der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Die Referenten:

  • Prof. Dr. Reinhard Loske Universität Witten-Herdecke
  • Prof. Dr. Fritz Reheis Universität Bamberg
  • Fred Frohofer Neustart Schweiz
  • Prof. Dr. Martin Kreeb Universität Bremen
  • Susanne Henkel, Richard Henkel GmbH
  • Dr. Joachim Drumm Diözese Rottenburg-Stuttgart
  • Prof. Dr. Hans Diefenbacher, Dr. Oliver Foltin, Dr. Volker Teichert Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) Heidelberg
  • Prof. Dr. Angelika Zahrnt BUND
  • Prof. Dr. Marianne Gronemeyer Fachhochschule Wiesbaden

Unsere Gesellschaft steht in den nächsten Jahren vor gewaltigen Herausforderungen. Bis 2050 soll die Transformation zu einer zukunftsfähigen Wirtschaft gelingen. Effizienz und Suffizienz sind hier die Schlagworte. In der politischen und praktischen Diskussion stehen beide Begriffe für unterschiedliche konzeptionelle Ansätze. Die Tagung will einen Beitrag zur Aufklärung dieser Konzepte leisten und Gestaltungsideen diskutieren.

Bei Effizienz geht es primär um einen möglichst verbesserten Energie- und Ressourceneinsatz sowie eine minimale Umweltbelastung durch Emissionen und Abfälle. Dieses Konzept wird von Politik, Wirtschaft und Allgemeinheit zumeist positiv bewertet. Man glaubt, mit Effizienz die bisherige Wirtschafts- und Lebensweise, ja sogar das Wirtschaftswachstum fortsetzen zu können, wenn auch in „begrünter“ Form und ohne größere Einschnitte. Dem stehen allerdings vielfach so genannte Rebound-Effekte entgegen: Mögliche Effizienzgewinne werden zunichte gemacht, weil Effizienzsteigerungen durch erhöhte Nutzung und Güterproduktion kompensiert werden.

Das Konzept der Suffizienz dagegen stellt das vorherrschende „Immer weiter, immer schneller, immer mehr“ bewusst in Frage. Dabei kommt neben der Warenproduktion und Erwerbsarbeit der informelle Sektor neu in den Blick – also Eigenarbeit, Selbstversorgung, gemeinsame Nutzung und Tausch von Gütern. In der öffentlichen Debatte werden Effizienz und Suffizienz oft als gegensätzliche, sich ausschließende Strategien aufgefasst. Effizienz gilt häufig als wachstumsfördernd, Suffizienz dagegen vom Prinzip her als wachstumsmindernd. Wie so oft wird aber das Entweder-Oder der komplexen Realität nicht gerecht.

In dieser Veranstaltung sollen verschiedene Aspekte der beiden Strategieansätze und ihr Zusammenwirken beleuchtet und analysiert werden. Denn Effizienz und Suffizienz sind nicht immer trennbar, insbesondere nicht im Zeitablauf. Anhand konkreter Beispiele werden im Rahmen dieser Veranstaltung die Zusammenhänge veranschaulicht.