Gesellschaftspolitik und Demokratieförderung
Die Demokratie ist die Staatsform einer individuellen Freiheit und einer an den Menschenrechten orientierten Idee von Gerechtigkeit. Sie zu erhalten, gehört zu den großen Aufgaben unseres Jahrhunderts.
Mit der Einrichtung dieser Stelle erweitert die Diözese Rottenburg-Stuttgart ihr Engagement im Bereich Gesellschaftspolitik und Demokratiebildung in die breite Öffentlichkeit und den gesellschaftlichen Diskurs hinein.
Dabei basiert dieses Engagement auf dem christlichen Wertefundament, auf der Idee eines gesellschaftlichen Zusammenhaltes und Gemeinwohls, die aktiv mitgestaltet werden müssen, eines Gemeinsinns mit gerechter Teilhabe und in Blick auf die kommenden Generationen einer freiheitlichen Demokratie im Rahmen der planetaren Grenzen (Nachhaltigkeit).
Demokratieförderung

Der Zusammenhalt unserer Gesellschaft ist derzeit stark gefährdet. Extremistische Gruppen fordern unsere parlamentarische Demokratie und unsere synodalen, kirchlichen Prozesse heraus. Diese Herausforderungen aktiv wahrzunehmen und darauf Antworten zu finden und Wege zu entwickeln, dem zu begegnen, dafür wurde dieser Bereich in der Hauptabteilung XI Kirche und Gesellschaft eingerichtet.
Kampagnen
Politische Kampagnen sind vielfältig, bunt und bestenfalls wirksame Mittel, Menschen zu aktivieren und Räume für gesellschaftlichen Zusammenhalt zu eröffnen. Zu der Arbeit im Bereich Gesellschaftspolitik und Demokratieförderung gehören:
- Die Konzeption, Planung, Durchführung und Evaluation breit gefächerter Kampagnen im öffentlichen Raum, die einen Beitrag zu aktuellen gesellschaftlichen und politischen Anliegen leisten.
- Die Gestaltung einer Kampagnenkommunikation nach innen und außen und die Formulierung von öffentlichen Stellungnahmen
- Die Vernetzung und Zusammenarbeit mit Kooperationspartner:innen aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Bildungswesen, Religionsgemeinschaften, Gewerkschaften, Organisationen und anderen gesellschaftlichen Akteur:innen
Hier geht es zur aktuellen Kampagne Politik auf 13 qm.
Bildungsveranstaltungen
Bildungsformate sind zentral für die Suche nach Antworten auf die gesellschaftlichen und politischen Anfragen unserer Zeit. Durch Bildung kann ein gemeinsames Problembewusstsein entwickelt, systemisches Denken erlernt und Menschen befähigt werden, gesellschaftliche Entwicklungen aktiv mitzugestalten.
- In Zusammenarbeit mit der Katholischen Erwachsenbildung (KEB) sollen Kampagnen begleitende Bildungsveranstaltungen konzipiert und organisiert werden.
Kampagne: Politik auf 13qm
Politik auf 13 m² nutzt den Handlungsansatz eines aufsuchenden mobilen Ortes. Die partizipative Kampagne bringt so Veranstaltungsorte und Veranstaltungsformate zur Zielgruppe.
Hier kommen Sie zur Kampagnenwebsite.
Empfehlung der Diözese Rottenburg-Stuttgart zum Umgang mit der AfD im Hinblick auf (Wahl-)Veranstaltungen
Es sind noch ungefähr 250 Tage bis zur Landtagswahl in Baden-Württemberg.
Podien, Diskussionen und thematische Vorträge im Vorfeld der Wahlen sind bereits in Arbeit.
Dabei wissen wir, dass immer mehr Menschen in Deutschland sich entscheiden, ihre Stimme populistischen, antidemokratischen und mitunter sogar verfassungsfeindlichen Akteuren zu geben und das ist eine große Gefahr für die Demokratie.
Die katholische Kirche stellt mit ihren Veranstaltungen und dem Wirken in die Gesellschaft hinein eine starke Stimme innerhalb öffentlicher Debatten dar und prägt diese verantwortungsvoll mit. Im Vorfeld der Wahl wollen wir uns daher klar für einen Umgang mit der AfD in Bezug auf Veranstaltungen positionieren und den Bedarf einer diözesan einheitlichen Regelung nachkommen.
Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) stufte die „Alternative für Deutschland“ (AfD) am 02. Mai 2025 aufgrund der die Menschenwürde missachtenden, extremistischen Prägung der Gesamtpartei als gesichert rechtsextremistische Bestrebung ein. Auch wenn diese Einstufung derzeit gerichtlich geprüft wird, sind die Beweise erdrückend.
Die vorliegende Empfehlung der Diözese Rottenburg-Stuttgart zum Umgang mit der AfD im Hinblick auf (Wahl-) Veranstaltungen hat zum Ziel, ihren haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden eine Orientierung zu geben.
Beispieltext Hausordnung:
„Unsere Einrichtung steht für ein gewaltfreies, demokratisches und respektvolles Miteinander. Wir achten die Menschenwürde unabhängig von Nationalität, sozialer Herkunft, religiöser Überzeugung und sexueller Orientierung. Das bedeutet für uns, dass jegliche Erscheinungsformen von Rassismus, Antisemitismus, Diskriminierung, Verherrlichung oder mangelnder Distanz zum Nationalsozialismus in Form von Aussagen, Symbolen, Gesten etc. in unserer Einrichtung keinen Platz haben.“
Kontakt
Dr. Sarah Köhler
Referentin für Gesellschaftspolitik und Demokratieförderung
Hauptabteilung XI - Kirche und Gesellschaft
Bischöfliches Ordinariat der Diözese Rottenburg-Stuttgart
Jahnstraße 30
70597 Stuttgart
(0711) 9791-1211


