Gerechtigkeit, Friede, Bewahrung der Schöpfung

Umwelttipps

Klimaschutz und Energiesparen fängt im kleinen und bei jeder und jedem einzelnen an. Als Nutzer von kirchlichen Häusern wie auch im eigenen Haushalt können wir viel für einen sparsamen Umgang mit Heizenergie und Strom tun. Denn was nützt eine energie-effiziente Haus- und Heiztechnik, wenn wir nicht richtig damit umgehen?

Hier einige ausgewählte Umwelt- und Energiespartipps für Kirchengemeinden, kirchliche Einrichtungen und den privaten Haushalt - ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Das Einsparen von Energie und der effiziente Umgang mit Energie macht sich in Zeiten steigender Energiepreise auch finanziell bemerkbar.

1. Heizenergie sparen:

  • Heizkörperthermostate sollten in der Nacht, am Wochenende bzw. nach Veranstaltungsende reduziert werden.
  • Problem Lüften: Kurzes Stoßlüften (max. 10 Min.) mit geöffneten Fenstern statt Dauerlüften mit gekippten Fenstern in der Heizperiode spart viel Wärme ein.
  • In Büro- und Gemeindehäusern können die Nutzer mit Hinweisschilder zum richtigen Verhalten angeleitet werden.
  • In Räumen sollte im Winter nicht über 20 C geheizt werden. Jedes Grad mehr erhöht den Energieverbrauch um 6%.

2. Strom sparen:

  • Wo es sinnvoll und möglich ist, sollten Energiesparlampen genutzt werden – außer in Räumen, in denen das Licht nur kurzzeitig eingeschaltet wird. In solchen Räumen kann ein Bewegungsmelder anstelle des konventionellen Lichtschalters Strom sparen helfen. Er schaltet das Licht aus, sobald der Raum verlassen wird.
  • In manchen Gemeindehäusern sind alte, teilweise defekte Kühlschränke, mit geringer Befüllung im Dauerbetrieb. Sie sollten ausrangiert und wenn ein Bedarf da ist, durch energieeffiziente Kühlschränke ersetzt werden.
  • Kaffeemaschinen mit Heizplatte haben einen hohen Stromverbrauch, deshalb sollten sie nicht zum Warmhalten des Kaffees genutzt werden.
  • Geräte mit Stand By-Technik (z.B. Computer, Unterhaltungselektronik, etc.) sollten an eine abschaltbare Steckdosenleiste angeschlossen werden. Diese immer nach Nutzung abschalten! In Zweifelsfällen kann beim Umweltbeauftragten ein Strommessgerät ausgeliehen werden.
  • Am Computer empfehle ich, den Energiesparmodus zu aktivieren und bei längeren Arbeitspausen das Gerät herunter zu fahren.

3. Trinkwasser sparen:

Trinkwasser ist eine wertvolle Ressource und sollte überlegt eingesetzt werden. Ein Durchflussbegrenzer am Handwaschbecken sowie ein Sparschalter am Toilettenkasten hilft Wasser sparen.

4. Nachhaltiger Einkauf und Beschaffung:

  • Regionaler Einkauf: Der Einkauf von Lebensmitteln regionaler Herkunft stärkt die einheimische Landwirtschaft, der CO2-Ausstoß durch Transport, Verarbeitung und Verpackung wird reduziert.
  • Grundsätzlich sollten Lebensmittel aus fairem Handel und ökologischer Landwirtschaft bevorzugt eingesetzt werden.
  • Im Haushalt, in der Gemeinde und im Büro können wir darauf achten, umweltfreundliche Materialien zu beschaffen – z.B. durch die Verwendung von Recyclingpapier im Büro.
  • Bei der Anschaffung von Elektrogeräten sollten Geräte mit geringem Strom- und Wasser-verbrauch bevorzugt werden – bei Haushaltgeräten auf die Effizienzklasse A bis A++ achten!
  • Auch bei der Beschaffung von Computertechnik sollten Geräte mit geringem Stromverbrauch bevorzugt werden.

5. Schöpfungsfreundliche Mobilität

Der Verkehr ist für etwas mehr als 20% des CO2-Ausstoßes in Deutschland verantwortlich, mit steigender Tendenz.

  • Bei kurzen Distanzen sollte nach Möglichkeit das Auto stehen bleiben: zu Fuß gehen oder mit dem Rad fahren nützt der Umwelt und der Gesundheit.
    Ich ermutige zur stärkeren Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln – das Internet bietet Fahrpläne und Auskünfte.
  • Bei Veranstaltungen sollte der Veranstalter den Veranstaltungsort und die Veranstaltungszeiten mit dem Fahrplan des ÖPNV abstimmen.
  • Flugreisen sollten nur dann unternommen werden, wenn es keine Alternative gibt. Innerdeutsche Flüge kann man weitgehend durch Bahnfahrten ersetzen. Bei alternativlosen Flügen kann ein freiwilliger Ausgleich des Klimaschadens bei der Organisation Atmosfair (im Internet unter: www.atmosfair.de) bezahlt werden. Die Erträge investiert Atmosfair in Klimaschutzprojekte.
  • Bei der Neuanschaffung eines Autos ist Energieeffizienz ein wichtiges Kriterium. Neufahrzeuge mit einem CO2 Ausstoß von mehr 120g pro gefahrenem Kilometer, dem EU-Grenzwert, sollten heute nicht mehr beschafft werden.

6. Seltene Tier- und Pflanzenarten schützen

Heute erleben wir das größte Artensterben der Erdgeschichte seit dem Aussterben der Dinosaurier. Jedoch sind die gefährdeten Tier- und Pflanzenarten von Gott geschaffen und gewollt. Daher ist es unsere Pflicht, diesen Mitgeschöpfen Lebensräume zu bieten, im Garten, auf dem Gelände der Kirchengemeinde oder anderem Kirchengrund. In den Dachstühlen alter Kirchen und Kapellen leben oft Fledermäuse, Turmfalken und andere geschützte Tierarten, die unseres Schutzes v.a. bei Sanierungsmaßnahmen bedürfen.

7. Regenerative Energie

  • Die Nutzung regenerativer Energie und ein sparsamer Umgang mit Energie gehören zusammen. Die Kirchengemeinde und der eigene Haushalt kann problemlos auf Ökostrom umgestellt werden.
  • Bei neuen Heizanlagen sollten im Regelfall regenerative Energieträger, z.B. Holzpellets, zum Einsatz kommen.

8. Bewahrung der Schöpfung

Die Bewahrung der Schöpfung Gottes sollte zu einem Kernthema in Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen werden.

  • In der Zeit des Erntedanks, in der „Schöpfungszeit vom 1. September bis zum Franziskustag am 4. Oktober oder der Fastenzeit, bietet es sich als Thema für Gottesdienste und Glaubensgespräche an.
  • Hilfreich ist es, wenn der KGR einen festen Verantwortlichen für diese Maßnahmen benennt. Das Projekt Sparflamme schult die Verantwortlichen.

Stefan Schneider

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26.01.2018

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